Gezeiten-Projekte 2018-05-01T20:36:12+00:00

Gezeiten-Park Elmshorn

Auf der Basis eines Wettbewerbes für Kunst im öffentlichen Raum, ausgeschrieben von der Kunstkommission Kiel, entwickelte ich 1998 die Idee zu einem Gezeiten-Park für die Stadt Elmshorn. Mein Grundgedanke war es, die Tidenabhängigkeit der Krückau, die durch die Innenstadt von Elmshorn fließt und früher die Lebensader der Stadt darstellte, wieder mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu holen. Die Krückau, durch die Elmshorn zum drittgrößten Getreideumschlagplatz des Deutschen Reiches wurde, hat heute noch einen Tidenhub von ca 2 m im Innenstadtbereich. Die gesamte Arbeit “Gezeiten-Park Elmshorn” umfaßt diverse Einzelprojekte zum Thema Krückau und Gezeiten, von denen bisher vier realisiert worden sind:

1. Gezeiten-Projekt: Rückblicktafeln

Realisation 2001

Die Bildseiten der neun “Rückblick-Tafeln” enthalten historische Fotos über die Krückau in Elmshorn. Sie wurden so aufgestellt, dass die Blickrichtungen der damaligen Fotografen nachempfunden werden. Die Infoseiten enthalten Erläuterungen, ergänzt durch Bilder oder Karten zur entsprechenden Krückau-Thematik. Ein Wegeplan, der in öffentlichen Gebäuden ausliegt, enthält alle Informationen zu den Tafeln.

Dieses Projekt wurde gefördert vom Stadtmarketing Elmshorn e.V.

(Eine Auswahl an Fotos von den Rückblicktafeln und ihren Standorten)

2. Gezeiten-Projekt: Gezeiten-Fische

Realisation 2004

Die “Gezeiten-Fische” sind eine Wasserstandsanzeige mit sieben Fisch-Skulpturen heimischer Fischarten. Sie wurden an der Spundwand unterhalb der Wedenkampbrücke angebracht und sind aus Unterwasserbeton gegossen und mit einem Mäander aus Stahl montiert, der eine inhaltliche Verbindung zu der früher mäandernden Krückau herstellt. Die Fische tauchen bei Ebbe auf und sind bei Flut fast alle unter der Wasseroberfläche verschwunden. Der Wechsel der Wasserstände wird dadurch besonders für Kinder, die noch keine Zahlen lesen können, sehr anschaulich. Die Skulptur wird durch eine Hinweistafel ergänzt, auf der der aktuelle Wasserstand in Metern über NN abgelesen werden kann.

Diese Projekt wurde gefördert durch das Flora Gesundheitszentrum und durch Meyer Gerüstbau.

3. Gezeiten-Projekt: Sturmflut-Dalben

Realisation 2013

2013, nach der Fertigstellung der Klappbrücke, wurden die “Sturmflut-Dalben” am neuen Hafenplatz westlich der Klappbrücke erstellt.

Die Sturmfluthöhen der großen Sturmfluten vor Errichtung des Sperrwerkes wurden eingemaßt. Um jede dieser Sturmflutmarken läuft eine Ringmarkierung einmal um den Dalben herum. Diese Texte und Zahlen sind eingefräst und schwarz gefärbt: STURMFLUTEN 1962 – 5,11 m, 1825 – 5,07 m, 1916 – 4,23 m, 1965 – 4,05 m üNN. Etwas abseits auf der Ostseite des Dalbens ist eine weitere Sturmflutmarke angebracht, jedoch ohne umlaufenden Ring. Die Sturmflut von1976, mit einem Wasserstand von 5,34 m hat Elmshorn nicht erlebt, da das Sperrwerk an der Krückaumündung 1969 fertiggestellt wurde.

Dieses Gebiet liegt etwas tiefer als die Innenstadt und daher sind die Sturmflutmarken hier besonders beeindruckend. 1962 war der Wasserstand an dieser Stelle bei 5,11 m über Normalnull. Der Pegel befindet sich genau gegenüber am anderen Krückauufer. Viele Interessierte, die stehen bleiben, sind erstaunt, dass der Wasserstand von 1962 an dieser Stelle über der Kopfhöhe eines Erwachsenen lag.

Dieses Projekt wurde gefördert vom Land Kiel (Kunst am Bau).

4. Gezeiten-Projekt: Sturmflutmarken

Realisation 2014

In der Innenstadt von Elmshorn waren bisher vier Sturmflut-Marken angebracht: Vormstegen 20 und 22, im Innenraum der Nikolaikirche und am Sandberg 15-17. In Anlehnung an die historische Hochwassermarke, die Vormstegen 20 und Sandhöhe 15-17 angebracht sind, habe ich eine ähnliche Sturmflutmarke entworfen, die den Hochwasserstand in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 anzeigt, und zweimal aus Bronze gießen lassen. Diese zwei neue Sturmflutmarken wurden vom Bauamt eingemaßt und in der Innenstadt von Elmshorn angebracht: an der Fassade der Volksbank in der Königstraße und im Hofbereich des Industriemuseums. Besonders beeindruckend ist der damalige Wasserstand an der Fassade der Volksbank.

Dieses Projekt wurde gefördert durch die Volksbank Elmshorn und das Industriemuseum Elmshorn.

Weitere Gezeiten-Projekte

Diese Projekte befindet sich in der Planungsphase. Weitere Gezeiten-Projekte sind als Entwürfe und Modelle in Vorbereitung.

Schottenführungen

Bis zum Bau des Sperrwerks an der Krückaumündung (1968) mußten die Bewohner der Innenstadt von Elmshorn ihre Hauseingänge und Kellerfenster mehrmals im Jahr vor dem drohenden Hochwasser der Sturmfluten schützen. Häufig montierte man an den Eingängen je zwei U-Profile, in die Holzbretter (Dammbalken) eingeführt wurden. Der Zwischenraum wurde dann mit Sandsäcken aufgefüllt. Noch heute erinnern viele dieser Führungsschienen für Sturmflut-Schotten an diese Zeit. Das Projekt “Sturmflut-Schotten” sieht vor, diese Schotten zu erhalten und optisch hervorzuheben. Kleine Hinweistafeln sollen darauf aufmerksam machen, damit diese historischen Fragmente nicht in Vergessenheit geraten. Die meisten Schottenführungen sind im Laufe der Jahre demontiert worden, jedoch sind noch immer circa 25 Schottenführungen in der Innenstadt von Elmshorn  vorhanden.

Mondphasenkreis

Acht Halbkugeln, die jeweils die dunkle und helle Seite des Mondes symbolisieren, sind im Kreis angeordnet. Steht der Betrachter in der Mitte der Installation, nimmt er den Stand der Erde ein und kann der die Mondphasen in Abhängigkeit zum Sonnenstand und die damit verbundenen Tidenstände ablesen. Besonders Kindern und Schulklassen kann so die Entstehung von Spring- und Nipptide anschaulich gemacht werden.

Lauf der Krückau

Der Durchgang „Ramelows Gang“ verbindet die Königstraße mit der Krückau. Auf der Wandseite ist ein Relief und Mosaik geplant, die den Lauf der Krückau von Elmshorn bis zur Elbe darstellt. Die Oberfläche soll aus Mosaiksteinen erstellt werden. Die Deichlinien werden reliefartig hervorgehoben.

Seehundsbank

Vor einigen Jahren verirrte sich ein Seehund in die Krückau. Dadurch inspiriert entwarf ich eine Gruppe von Seehunden, die als lebensgroße Figuren aus Unterwasserbeton im Uferbereich der Krückau aufgestellt werden sollen. Bei Hochwasser sind sie abgedeckt. Bei Ebbe tauchen sie nach und nach – Kopf um Kopf – aus dem Krückauwasser auf und zeigen so – ähnlich wie die Gezeiten-Fische – den Pegelstand an.

Mondstanduhr

Mit der Mondstanduhr wird erlebbar gemacht, wie Ebbe und Flut zweimal am Tag durch die Überlagerung der „Wasserberge“ entstehen.

Tidenhubrelief

Durch das Relief werden die wechselnden Wasserstände von Ebbe und Flut dargestellt, indem bei Springtide hohe Wellenberge ausgebildet werden (hohes
Hochwasser und niedriges Niedrigwasser), während bei Nipptide die geringeren Unterschiede der Wasserstände bei Ebbe und Flut durch das Abflachen des
Reliefs modelliert werden.